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Leserbrief von Pfarrer Lauterbacher im Salzburger Fenster 18/10
Zum Müllner Pflegeheim
Weil im Zusammenhang mit der vom Land beabsichtigten Schließung des Landespflegeheims in Mülln von Substandard die Rede ist, möchte ich als Seelsorger des Heims und Pfarrer von Mülln einiges klarstellen und folgende Fragen an das Land als Betreiber richten: Wo gibt es in Salzburg sonst noch ein Haus für chronisch Schwerkranke mit einer ganzheitlichen Pflege mit Herz und Verstand, dazu einen wunderschönen Garten, in dem Hasen und Hühner, Hund und Katz herumlaufen und Angehörige sich mit den Patienten liebend gerne aufhalten, weil es so idyllisch und ruhig ist? Außerdem ein Gotteshaus, in dem sonntäglich die Kranken und Angehörige die Hl. Messe mitfeiern können und auch sonst seelsorgliche Betreuung gegeben ist. Will man etwa Haus und Gotteshaus verscherbeln?
Wie sagte einst Leopold Kohr (ein Salzburger): „Small ist beautiful“ (Klein ist schön!). Goldegg hat ein Seniorenheim mit 15 Betten und alles läuft bestens (nach Aussage von LR Erika Scharer). Und beim Landespflegeheim, das bei sinnvoller Restaurierung sicher 33 Betten (in 2- bis 4-Bettzimmern) vorweisen kann, sagt man: Das rechnet sich nicht! – Das ist doch nicht nachvollziehbar. Dass Nachbarn gegen einen Umbau sind bzw. alle Planungsversuche seitens der Architekten für einen Umbau bereits von den zuständigen Gremien abgelehnt wurden, ist eine Behauptung, der man erst genauer nachgehen muss. Denn eine Anrainerversammlung und Befragung hat es nie gegeben. Und es ist sonst auch so üblich, dass dort, wo es Einsprüche gibt, nach neuen Lösungen gesucht wird.
Wer behauptet, dass das Haus dzt. jährlich ein Defizit zurückließe, der sieht nicht, wie sorgfältig und verantwortungsvoll die Leiterin des Hauses mit allem umgeht und wie viel letztlich ehrenamtlich von vielen gemacht wird. Zudem müssen ja Rücklagen da sein, die noch nicht aufgebraucht wurden. – Was tut man nun mit diesen, wenn das Haus geschlossen werden soll?
Es sind so viele Ungereimtheiten, dass man einfach den Eindruck hat: Die Abteilung 3 der Landesregierung will das Haus nicht mehr. Also behauptet und tischt man dies und jenes auf, es wird sich niemand aufregen und den Dingen genauer nachgehen. So ist es nicht! – Wir lassen uns nicht über den Tisch ziehen. Und die vielen offenen Fragen sind der ÖVP bis heute nicht beantwortet worden. Somit ist auch kein endgültiger Beschluss noch nicht gefasst worden. – „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“
P. Franz Lauterbacher OSB, Pfarrer von Mülln, Dechant Sbg. Nord u. Seelsorger der Landespflegeanstalt



